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Firefox Grundausstattung

FeuerfuchsEhrlich gesagt habe ich nicht besonders viel Erfahrung mit anderen Browsern, denn ich war immer sehr zufrieden mit Firefox. Ein großer Teil dieser Zufriedenheit beruht (neben der quelloffenen Architektur) auf den vielen Add-Ons (bzw. Plug-Ins). Auch wenn man sicherlich nicht wahllos alle installieren sollte, um den Browser nicht zu sehr zu verlangsamen oder sich irgend welche zwielichtigen Programme einzutreten, einige von ihnen sind ungemein praktisch. Hier meine Auswahl:

Sicherheit und Datensparsamkeit

Die ersten zwei Add-Ons (oder gleichartige) sind absolute Pflicht für jeden. Diese Klickstrecke zeigt einige Alternativen und Ergänzungen.

uBlock

Jedes mal, wenn ich auf einem Computer ohne Werbeblocker durch das Web surfe, kriege ich Augenkrebs. Das Internet ist zugeschmissen mit Anzeigen aller Art, die in der Regel alle von speziellen Werbe-Servern auf die besuchten Webseiten geladen werden. Ein Werbeblocker-Plug-In wie uBlock verweigert einfach das Laden dieser Werbebanner. Das hat mehr als nur einen Vorteil:

  • Größter und wichtigster Vorteil ist selbstredend, dass man keine Werbung mehr sehen muss. Das Internet wird plötzlich sauber, man sieht nur das, was man sehen will.
  • Die Werbung, vor allem Bildschirm füllende Animationen beanspruchen beim laden ein signifikantes Datenvolumen, das man sich mit Ad-Blocker sparen kann.
  • Einige Werbe-Anbieter verdienen nicht nur mit dem Anzeigen von Werbung Geld, sondern auch mit dem verfolgen ihrer Zielgruppe über verschiedene Seiten hinweg. So können sie das Nutzerverhalten analysieren und die Werbung besser auf ihre Opfer abstimmen.
  • Oft tarnen sich Werbebanner als Download-Knopf, gleich neben dem richtigen Download-Knopf, dem man eigentlich sucht. Ein versehentliches Klicken und den folgenden Besuch einer zwielichtigen Seite spart man sich ebenfalls.

Ghostery

Nicht nur die oben erwähnten Werbeanbieter überwachen und speichern das Verhalten Ihrer Zielgruppe, das gleiche tun unter anderen auch die größten Werbeanbieter der Welt facebook und Google. Jeder Like-Button, jedes eingebettete Youtube-Video, jede Google-Maps-Karte, jedes ReCaptcha, aber auch unsichtbare Dienste wie Google Analytics; alles wird (wie die Werbung) mit der Webseite geladen und verrät alles, was es zu verraten gibt: Wer ich bin (über meinen facebook-Cookie), wo ich bin (über Geo-IP), woher ich komme, wie lange ich bleibe und natürlich was ich mir gerade anschaue. Ghostery ist ein Add-On, welches all diese kleinen, unnützen Schnüffelprogrammen verbietet, nach Hause zu telefonieren. So spart man Datenverkehr, surft schneller und gibt weniger Daten von sich preis.

Produktivität

Instantfox

Mit Instantfox werden verschiedene Suchmaschinen über Buchstabenkürzel in der Adresszeile aufgerufen, so dass man sich den Klick auf das Suchfeld spart:

…sucht zum Beispiel direkt auf Youtube nach John Oliver.

Rechtschreibprüfung

Ich hab peinlich lange gebraucht, diese Funktion zu entdecken und zu nutzen: Über Rechtsklick (ins Texteingabefeld)–>Sprachen–>Wörterbücher hinzufügen kann man Wörterbücher (für verschiedene Sprachen) hinzufügen, mit denen falsch geschriebene Worte in Texteingabefeldern wie gewohnt unterkringelt werden. Bei Rechtsklick werden mehr Verbesserungsvorschläge angezeigt.

PortableApps

PortableApps LogoHin und wieder, zu meiner Freude nicht allzu selten, passiert es, dass ich von Produkten begeistert bin. So geschehen beim Entdecken von PortableApps vor einigen Jahren. Wer es nicht kennt: PortableApps.com bietet eine Sammlung von Programmen an (für Windows), die sich von einem USB-Stick starten lassen, dazu eine Art Startmenü, mit der man den Speicherdäumling in seinen persönlichen IT-Werkzeugkasten verwandeln kann. Ganz besonders mag ich daran die Auswahl an Programmen, bei denen es sich zum Großteil um nützliche Open-Source-Anwendungen handelt, von denen man oft nicht wusste, dass es sie gibt.

Da ich nicht gerne Programme auf meinem Rechner installiere, wenn es nicht sein muss, benutze ich auf meinem Computer ebenfalls die portablen Versionen vieler Programme. Diese liegen dann in einem Portable-Ordner auf der Festplatte, den ich bei Bedarf einfach auf einen USB-Stick kopieren kann, zum Beispiel wenn ich mein Windows neu aufsetze. Die Tatsache, dass man die Dateien nach Belieben umher kopieren kann, eröffnet interessante Möglichkeiten:

Wem USB-Sticks zu sperrig sind, könnte sich für eine SD-Karte entscheiden, die man in der Geldbörse mit sich herum trägt.

Wer der Meinung ist, USB-Sticks seien „völlig 2010“, der kann den Inhalt des USB-Sticks in einen Online-Speicher wie Dropbox, OneDrive oder ähnliches Verschieben, um ihn dann zum Beispiel auf seinen Arbeitsrechner zu Synchronisieren.

Gerade CAD-Profis, die in verschiedenen Firmen auf deren leistungsfähigen Rechnern arbeiten, können so ihren Werkzeugkasten auf dem USB-Speicher mitbringen, so die örtliche IT-Abteilung es nicht verbietet.

Synchron mit der Wolke


Alles ist jetzt in der Cloud: Blutdruck, Zimmertemperatur, das Mittagessen als Foto und der Mittagsspaziergang danach als GPS-Track. Wenn man sich entscheidet, bei dem Zirkus mit zu machen, funktioniert auch alles ganz passabel, solange man es mit nur einem Anbieter zu tun hat: Eine Webseite, eine Smartphone-App, alles von einer Firma bereitgestellt, meist um die intimen Details an Werbetreibende weiter zu verkaufen.

Ob dieses überwältigenden Hin-und-Hers von Daten ist man geneigt anzunehmen, dass so grundlegende Sachen wie Kontakte, Kalender, Aufgaben und Notizen überall reibungslos synchronisiert werden können. Schließlich konnte ich schon bei meinem Palm Treo 650 problemlos das PC-Programm mit dem klobigen Mobilgerät abgleichen, allerdings ohne Cloud, dafür über Kabel oder Bluetooth. Wenigstens hat da keiner mit gelesen.

Heute hat man die Wahl, sich unter die Apple-Jünger zu begeben, sich von Google bis auf die Knochen durchleuchten zu lassen oder… ja, oder man geht den mehr oder weniger unbequemen Weg.

Der kann so aussehen, dass man andere Firmen findet, die auf seine Kontakte, Kalender etc aufpassen. Oft stehen deren Server -wie die von Google- auch in den Vereinigten Staaten, und oft wird man da genau so als Werbeschlachtvieh behandelt. Hier gilt wie immer der Grundsatz:

Wenn es für Dich kostenlos ist, bist Du nicht der Kunde, sondern das Produkt, das verkauft wird.

(Ausnahmen bestätigen schon mal die Regel)

Man kann sich verschiedene, werbefinanzierte Dienste suchen, die dann einzeln alle Funktionen von Google übernehmen. Das ist aber nur unwesentlich befriedigender für Menschen, die -aus welchen Gründen auch immer- ihre privaten Daten nicht überall auf der Welt verteilen wollen.

Was mensch (im folgenden: ich) also nun gerne hätte, ist ein Dienst, der Kontakte, Kalender Aufgaben, Notizen, Geokoordinaten, Lesezeichen, RSS-Feeds und Dateien sicher, vielleicht sogar verschlüsselt speichert und mit allen Geräten unkompliziert und sicher synchronisiert. Dabei sollte er meine Daten nicht mitlesen. Außerdem will ich beim Zugriff auf das Webinterface nicht mit Werbung zugeschmissen werden. Selbstredend würde so ein Dienst etwas kosten müssen.

Um es vorweg zu nehmen: Leider gibt es so einen Dienst noch nicht. Man kommt aber irgendwie zurecht, auch wenn es lange nicht so komfortabel wie in Googles langen, unangenehm tastenden Armen ist.

Es folgen meine Erfahrungen vom steinigen Weg ins Wolkenkuckucksheim.

Meine Geräte

Am mobilen Ende verwende ich Android, zur Zeit ein Nexus 5 mit Android 6 Marshmallow.
Auf meinem PC läuft aus beruflichen Gründen Windows, allerdings laufen Browser und Mozilla Thunderbird ja genauso unter Linux.

Lesen und Lesezeichen

firefox logoDas Synchronisieren von Lesezeichen, Chronik, und so weiter ist heutzutage mit den meisten Browsern unproblematisch, wenn man auf Mobilgerät und PC den selben Browser benutzt. Das führt bei den meisten Browsern je nach Hersteller wieder zu der oben erwähnten Problematik mangelnder Privatheit bzw mangelnden Vertrauens. Daher verwende ich auf beiden Geräten Firefox, nicht nur – aber auch wegen der Synchronisation, auf dessen Inhalt Mozilla nach eigenen Angaben (dank Verschlüsselung) selbst keinen Zugriff hat.

Les‘ ich später

Pocket logoFinde ich eine Webseite, die ich gerne später lesen möchte, vielleicht an einem Ort ohne Datenanbindung, dann speichere ich sie mit Pocket, dessen App den Artikel lokal auf meinem Telefon speichert. Hinter Pocket steht ein privates Unternehmen, nicht ideal, aber zur Zeit kenne ich nichts Besseres.

RSS-Feeds

gReader logoÄhnlich verhält sich das mit den RSS-Feeds oder auch dynamischen Lesezeichen, mit denen ich verschiedene Nachrichtenseiten verfolge. Früher tat ich das mit dem Dienst Reader von Google. Dieser wurde aber eingestampft, so dass ich auf einen Klon dieses Dienstes, The Old Reader umstieg. Wieder ein privates Unternehmen, das ca 3 mal im Jahr ungefragt ein „gesponsorten Feed“ mit einem Werbeartikel auf mein Gerät schiebt. Wieder nicht ideal, zumal das Nachrichtenverhalten sehr viel über einen verrät. Leider kenne ich auch hier nichts besseres. Angezeigt werden die Nachrichten auf meinem Telefon mit der App gReader, die sehr gut tut, was sie soll. Da ich die Nachrichten ohnehin nur auf dem Telefon lese, werde ich mir die Synchronisation in Zukunft auch sparen.

Mail, Kontakte und Kalender

Memotoo

Nach meinem ersten Emanzipationsschub vor einigen Jahren wurde ich nach einiger Recherche und anschließender Verzweiflung Kunde bei Memotoo.com. (ab 12 €/a) Dieses kleine Unternehmen brüstet sich damit, alles mit allem zu memotoo logosynchronisieren.  Tatsächlich schlagen sie sich damit gar nicht so schlecht. Der Dienst synchronisiert Kalender, Kontakte, Aufgaben und Dateien mit allem, was nicht niet- und nagelfest ist.

Gut gefallen hat mir, dass sich der Dienst nach Eingabe von XING– oder Facebook-Login der verfügbaren Adressen, Geburtstage oder Kontaktbilder meiner Freunde bedient, ohne dass die genannten sozialen Netzwerke sich meiner Memotoo-Kontakte bemächtigen  könnten. Das Angebot von Diensten, Protokollen und entsprechenden Anleitungen ist sehr reichhaltig, so dass ich nicht alles ausprobiert habe.

Für die Synchronisation zu Thunderbird gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, ich benutze das SOGo-Connector-Plugin für die Kontakte über CardDAV, der Kalender wird über CalDAV abgeglichen, das funktioniert alles ganz akzeptabel.

Für die Anbindung des Androiden installiert man sich eine App, die soliden Android-1.6-Charme verströmt und leider auf meinem Telefon beim Erstellen von Kontakten nicht richtig funktioniert.

Die Synchronisierung von Bildern und Dateien benutze ich nicht, daher kann ich wenig darüber sagen. Die Aufgabe und Notizen würde ich gerne nutzen, allerdings habe ich nach der Einstellung von Astrid nie wieder die richtige Aufgaben-App gefunden.

Das neben der Android-App größte Haar in der Suppe ist das Web-Interface, das weder ästhetisch noch funktionell auf der Höhe der Zeit ist, sondern so wirkt wie ein knorriger Baum aus altem PHP, der zudem keine mobile Oberfläche bietet.

Trotz- oder gerade wegen der etwas chaotischen Alles-geht-Atmosphaere finden sich vielleicht einige Leute gut wieder.

mailbox.org

Vor einigen Tagen setzte ich mich nach langer Zeit mal wieder mit dem Thema auseinander. Ich entschied, meinen Mailaccount bei dem Klatschartikel- und Freemail-Anbieter GMX langsam aufs Abstellgleis zu fahren. Gleichzeitig wollte ich auch mit meinen Adressen und dem Kalender umziehen, denn ich hatte genug von halbgaren Bastellösungen.

mailbox.orgIch stieß auf mailbox.org, ein Emailanbieter, der seine Nase glaubhaft aus meinen Daten heraushält und einen sehr professionellen Eindruck macht. Außerdem bietet er Open-Xchange an, eine Anlehnung an Microsoft Exchange, dem Email-, Kalender-, Adressen-und-so-weiter-Server von Microsoft.

Obwohl mailbox.org die Verwendung von CardDAV- und CalDAV-Protokoll nahelegt, versuchte ich zuerst mein Glück mit ActiveSync (den Exchange-Standard) für Kontakte und Kalender. Der Kalenderabgleich funktioniert damit nur sehr lückenhaft, so dass ich doch auf CalDAV setzte und mir die kostenpflichtige App CalDAV-Sync von Marten Gajda zulegte, was auch die Aufgaben brav synchronisiert, wenn man die seine Aufgaben- App benutzt. Ebenfalls von Herrn Gajda ist CardDAV-Sync free, das nun meine Kontakte abgleicht, leider ohne Kategorien.

Für die Mail bleibe ich bei K9 und dem IMAP-Protokoll, mehr dazu weiter unten.

mailbox.org bietet für den gleichen Preis wie Memotoo (ab 12 €/a) neben Kalender, Kontakten etc auch noch einen soliden Maildienst, eine schicke, zeitgemäße Oberfläche und ist ca zwei Größenordnungen professioneller. Dank Herrn Gajda funktioniert die Synchronisation bis jetzt gut.

Eine andere Sache, die ich seit neustem regelmäßig nutzte, ist das schön gemachte Weboberfläche, die neben Mails, Aufgaben, Kalender und Kontakten auch Text und Tabellenverarbeitung à la Google Docs bietet. Besonders nützlich finde ich, dass sich im Email-Client andere Accounts mit Ihren Ordnern über IMAP integrieren lassen, so dass ich alle genutzten Emaildienste auch unterwegs in einem Fenster habe. Dabei ist sogar die Mailverschlüsselung per PGP im Client integriert.

posteo oder fruux dürften ein ähnliches Angebot haben und lohnen vielleicht einen Blick.

Email-Protokolle

Seit der Einführung des IMAP-Protokolls gehören Email (zusammen mit Datei-Synchronisationen) zu den Dingen, die wirklich fast reibungslos funktionieren. Vor dem IMAP-Protokoll wurde das POP3-Protokoll verwendet, das alle eingehende Mail auf dem Server sammelte, bis es abgerufen wurde. Synchronisation war mit POP3 unmöglich, weil sich alle Sortierung und Verwaltung im Mailprogramm auf dem heimischen Computer abspielte. IMAP verwaltet alles auf dem Server, so dass die Ordneraufteilung und u.A. der gelesen-Status im Web, im heimischen Mailprogramm und auf dem Smartphone immer brav abgeglichen sind.

Das Einzige, was meiner Erfahrung nach etwas Gefummel in den Mailprogrammen erfordert, sind die voreingestellten Standardordner. So landet auf dem Telefon gelöschte Mail im Ordner TRASH, während die mit Thunderbird gelöschte Post Beispielsweise im Ordner GELOESCHT landet. Ein kleiner Schönheitsfehler, der sich mit ein wenig Aufwand richtig stellen – oder auch einfach ignorieren lässt.

Dateien

Ähnlich wie Email-Synchonisierung gehören auch Cloud-Speicher zu den zuverlässigen Technologien. Der wesentliche Unterschied liegt vor allem darin, dass Dateien in der Regel erheblich mehr Speicherplatz benötigen, als Adressen, Kalenderdaten oder selbst Emails.

Neben den großen wie Dropbox, Google Drive, Microsoft OneDrive oder Apples iCloud bieten auch die kleinen Anbieter zunehmend Speicherplatz an, so auch mailbox.org. Viel mehr kann ich zu dem Thema auch gar nicht sagen, aber das Internet durfte voll sein von Angeboten und deren Tests und Vergleichen. (an dieser Stelle: FAQ zu Cloud-Speichern auf ct.de)

owncloud logo

Da die Nachfrage, Dateien online zu speichern und zu teilen auch bei den Nerds ausreichend groß war, entstand das Open-Source-Projekt OwnCloud, das jeder auf seinem Server installieren kann. Leider hab ich es noch nicht ausprobiert, es sieht aber sehr interessant aus.

Lernkarten

Exoten gehört ein kleiner, feiner Dienst mit dazugehöriger Android-App und einem PC-Programm namens Anki. Der Schwerpunkt liegt nicht gerade auf Ästhetik und Design, aber wer irgendetwas auswendig zu lernen hat, der sollte sich Anki unbedingt anschauen. Es kostenlos, es gibt viele nützliche, voreingestellte Lernkartensets (Führerscheine etc.) und natürlich ist alles Open Source. Bravo, chapeau, vielen Dank liebe Anki-Schoepfer!

Fahrrad-Bremsbeläge

Hätte nie gedacht, wie sehr, aber Bremsbeläge machen den Unterschied. Billige Bremsgummis setzen sich mit Aluspänen aus der Felge zu, bremsen schlecht, machen die Felge kaputt und nutzen sich rasend schnell ab, das weiß ich selbst aus jahrelanger, leidvoller Erfahrung. Irgendwann reichte es mir und ich wollte umsteigen auf Scheibenbremsen – bis ich gesehen habe, was das so kostet.

GummisWie ich festgestellt habe, tun es auch ordentliche Bremsbeläge, und zwar sehr gut. Ich bremse seit einer ganzen Zeit mit diesen Klötzchen von Kool-Stop, die eine Art integrierte Gummilippe besitzen, die den Dreck von Felge wischt, bevor man bremst. Die Wechselschuhe machen das Tauschen einfacher, weil man sich das Neueinstellen der Bremsen spart. Der Wechsel wird allerdings selten, denn die Gummis nutzen sich kaum ab.

Einziger Kritikpunk an den Kool-Stop-Backen ist die etwas verringerte Bremsleistung bei Nässe. Ich kann damit leben und gebe trotzdem 5 Sterne.

Zu Bremsen in WikiPedalia

Ubuntu-Feldtest

Ich kam vor kurzem in die Verlegenheit, den Windows-Laptop einer Freundin platt zu machen und nebenbei die bereit liegende SSD ein zu bauen. SSDs sind ungleich schneller, mechanisch robuster, leiser und energiesparender als herkömmliche Festplatten, und daher fast uneingeschränkt zu empfehlen.

Eine einfache Systemwiederherstellung  auf Windows 7 mit den Original-DVDs des Herstellers fiel leider flach, weil die DVDs nicht zu finden waren. Die Freundin war mit Windows 7 recht zufrieden und kannte sich damit aus. Der Umstieg auf Windows 10 wurde nach einer kurzen Kostprobe angewiedert ausgeschlossen. Leider lässt sich Windows 7 nicht ohne weiteres herunterladen, wenn man nur über eine OEM-Lizenz verfügt.

Die Softwareanforderungen der Freundin waren nicht sehr speziell, neben dem Browser wurde MS Office und Skype genutzt, vor allem aber sollte das System robust, schnell und nicht anfällig gegen Viren sein.

Zuletzt genanntes brachte mich zu Ubuntu-Linux, dessen Benutzung man auch nicht-Geeks zumuten kann. Dank der großen Nutzerbasis findet man viel Hilfe im Internet, was gerade bei Linux-Einsteigern sinnvoll ist. Wie sich herausstellen sollte, kann man tatsächlich MS Office 2010 und Skype mit einigen Kniffen zum laufen bringen.

Ubuntu installieren

Die aktuelle Version von Ubuntu kann man hier als iso-Datei herunterladen (bei mir war es 14.04 LTS). Das brennen einer DVD ist unnötig, mit dem kleinen Programm Rufus (hier als Portable Version) kann man einen USB-Stick verwenden, um mit dem Ubuntu-iso zu booten (USB-Boot muss im Bios aktiviert sein). In meinem Falle funktionierte nach der Installation auf dem ThinkPad T420 sämtliche Hardware, selbst das zwei-Finger-Scrollen auf dem Touchpad.

MS Office installieren

In meinem Fall hatte ich die Original-DVDs von Office 2010 inklusive Lizenzschlüssel zur Verfügung. Modernere Versionen von Office werden wohl nicht unterstützt. Dieses Video erklärt das Vorgehen:

Was nach der Installation noch fehlt, ist die Dateiverknüpfung, so dass beim Doppelklick auf eine docx-Datei auch tatsächlich Word geöffnet wird, und nicht das vorinstallierte Libre-Office. Dafür klickt man mit rechts auf die entsprechende Datei, wählt Eigenschaften und dann den Reiter Öffnen mit… . Dort kann man Word als Standardprogramm festlegen (auswählen und Als Standard definieren). Genau so geht man für Excel- und PowerPoint-Dateien vor.

Skype installieren

Ich bin dieser Anleitung auf ubuntuhandbook.org gefolgt und war erfolgreich. Kamera und Mikrofon funktionierten auf Anhieb.

Netflix

Die letzte Anforderung war für den Freizeitgebrauch: der Film- und Serienstreamdienst Netflix funktioniert mit Microsofts Silverlight und damit nicht in der Linuxversion vom Firefox-Browser. Wie sich herausstellte, genügt es, bei der aktuellen Ubuntu-Version Googles Browser Chrome zu installieren, damit Netflix läuft.

Einschränkungen

  • Das Öffnen von Office-Dateien auf Netzwerklaufwerken muss vom jeweiligen Programm aus erfolgen. Das Öffnen mit einem Doppelklick im Datei-Explorer öffnet in diesem Fall nur ein leeres Dokument.
  • Das Batteriemagement von Ubuntu kann soweit ich weiß den Prozessor nicht heruntertakten, so das die Akkulaufzeit kürzer als unter Windows ausfallen dürfte.
  • Bei Zugriff auf einen Dateiserver (hier: Synology) wird der Server mehrfach identisch in der Netzwerkumgebung angezeigt. Wichtig ist, hier den Richtigen zu finden (SMB), da es sonst zu Problemen mit der Schreibberechtigung und der Übertragungsgeschwindigkeit kommt.

Fazit

Die Freundin zeigt sich bisher zufrieden mit Ubuntu, vor allem der Geschwindigkeit und Einfachheit wegen. Weiteres wird der Arbeitsalltag zeigen…

Mäuse reparieren

MäuseWahrscheinlich sind heute viele Leute der Meinung, dass die Computermaus in Zeiten von Touchscreens, Touchpads und Sprachsteuerung zur aussterbenden Gattung gehört. Unter diesen Leuten finden sich vermutlich kaum Pro-Gamer und mit Sicherheit keine CAD-Profis. Auch wenn Sie durch ihre bloße Präsenz an Büroarbeitsplätze mit Röhrenmonitoren aus vergilbtem Plastik erinnert, bleibt die Maus bisher die Eingabemethode Nummer Eins für CAD- und CAM-Anwendungen. Jeder, der seine Maus sehr intensiv benutzt, hatte vermutlich schon einmal das Problem, dass die eine der Maustasten -vornehmlich die linke- nach einigen hunderttausend Klicks nicht mehr zuverlässig funktioniert: Es passieren ungewollt Doppelklicks oder es gibt Probleme beim Ziehen von Objekten.

Wer mit einer günstigen Standardmaus für 12 € auskommt, kann sich ohne viel Schmerzen eine neue zulegen, oder hat ohnehin noch eine in der Schublade liegen. Die, die (wie ich) eine Maus im Preisbereich jenseits der 60 € verwenden, für die lohnt sich die Reparatur, auch wenn man (wie ich!) vorher noch nie groß gelötet hat.

Material und Werkzeug zum Löten

  • Feiner Lötkolben
  • Entlötpumpe
  • Lötzinn
  • Ersatzschalter: aus Opfermaus oder neu kaufen
  • 2 Krokodilklemmen (zum halten des Schalters beim Einlöten)

Vorgehen

Würde ich die Reparatur noch einmal durchführen, würde zuerst die unten im Video vorgeschlagene Methode probieren. Trotz Säuberung erliegt jeder Schalter aber irgendwann dem Verschleiß. In diesem Fall hilft nur der Austausch des Schalters. Das lief bei mir so ab:

  1. Maus öffnen (siehe Video unten)
  2. Platine losschrauben
  3. Pins des kaputten Mikroschalters mit dem Lötkolben erhitzen bis Zinn flüssig wird
  4. mit der Entlötpumpe das flüssige Zinn absaugen
  5. Schritt 3 und 4 für jeden Pin wiederholen
  6. alten Schalter entfernen, dabei die Ausrichtung merken!
  7. neuen Schalter richtig ausgerichtet einsetzen und mit Krokodilklemmen an beiden Enden auf der Platine festklemmen (es darf kein Spalt zwischen Schalter und Platine sein!)
  8. Pin erhitzen und gleichzeitig den Lötzinn an den Pin drücken, bis ein kleiner Tropfen geschmolzen ist.
  9. Krokodilklemmen entfernen und alles Zusammenschrauben

Videos zur Löteinführung findet man wie immer zu Hauf auf Youtube…

Die günstige Alternative

Beim Stöbern bei Youtube bin ich auf eine Lösung gestoßen, die ich zwar nicht probiert habe, die aber ohne Löten auskommt und keine Ersatzteile erfordert:

 

Reverse-Engineering von NC-Programmen

Projekt

Eine Kunststoff verarbeitende Firma war dabei, eine ihrer in die Jahre gekommenen CNC-Maschinen durch eine leistungsfähigere zu ersetzen. Dabei sollten auch Teile auf der neuen Maschine hergestellt werden, deren altes NC-Programm vor langer Zeit von Hand programmiert wurde. Das alte Programm ließ sich aufgrund von unterschiedlicher Maschinengeometrie und anderen Inkompatibilitäten nicht auf die neue Maschine übertragen. Zudem gab es auch kein 3D-Modell des Teils, mit dem man es -wie dort üblich- mit MasterCAM hätte programmieren können.

Vorgehen

Der vorläufige Plan des Kunden war ein Vermessen der fertigen Teile mit einem Koordinatenmessgerät, um daraus ein 3D-Modell zu rekonstruieren und die Bearbeitung mit MasterCAM zu programmieren. Dieses Vorgehen erwies sich als Zeitaufwändig und Fehlerträchtig, daher schlug ich vor, die alten Programme als Ausgangsbasis für die neuen zu verwenden. Meine Idee war, die NC-Programme in eine 3D-Datei zu übersetzen, die Werkzeugbewegung und -ausrichtung der 5-Axen-Maschine als Linien darstellt, um diese als Grundlage für die Programmierung in MasterCAM zu verwenden.

Menü für Einstellungen
Menü für Einstellungen

Es stellte sich heraus, dass es ein solches Programm nicht gibt, daher entschieden wir uns für die Eigenentwicklung. Nach einigen Wochen Programmierzeit konnten ich alte NC-Programme in eine STEP-Datei konvertieren. Verschiedene Werkzeugköpfe, Vorschubgeschwindigkeiten und Werkzeugausrichtungen werden von dem Programm mit dem Arbeitstitel NCto3D auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Farben dargestellt.

Das Programm wurde in Excel mit VBA geschrieben, und benutzt die Excel-Arbeitsblätter nur für das Speichern von Einstellungen und Parametern und zum Anzeigen des eingelesenen Programms.

Features

  • Verarbeitung von 5 Axen (X,Y,Z,B,C)
  • Ausgabe von Werkzeugposition und Werkzeugausrichtung
  • Verarbeitung von Sprungbefehlen im NC-Code
  • Kompensation von Abstand zwischen Drehpunkt und Werkzeugspitze
  • Verwendung von Ebenen für Werkzeuge und Linientypen
  • Speicherung von verschiedenen Konfigurationen
  • Unterstützung von Zwillings-Werkzeugköpfen
  • Ausgabe von Kreis- und Kreisbogenmittelpunkten

Einschränkungen

  • Keine Ausgabe von Kreisen, Kreisbögen, Splines, Flächen oder Volumenkörpern

Passwörter

Vorweg zwei unangenehme Fakten zu Passwörtern:

Passwörter, die leicht zu merken sind, sind auch leicht zu knacken.

Praktisch alle Methoden, die das menschliche Gehirn verwendet, um sich Passwörter besser merken zu können, können Computer nachbilden und durch automatisiertes Ausprobieren knacken.

Die Benutzung eines Passwortes für mehrere Dienste ist eine schlechte Idee.

Ist das Passwort noch so kompliziert, wenn man das gleiche Passwort für verschiedene Dienste verwendet, und einer dieser Dienste gehackt wird, steht das Tor zu den anderen Diensten offen.

Zu dem Thema gibt es viel zu erzählen, ein guter Einstieg ist dieses Video von Alexander Lehmann:

Wer tiefer in die Materie einsteigen will, dem sei diese Episode von Chaosradio empfohlen.

XKCD - password strength
Lange Passworte sind sicher klar im Vorteil, allerdings könnte dieses mit Hilfe von eines Wörterbuches weit schneller erraten werden, weil dann nicht alle einzelnen Buchstabenkombinationen ausprobiert werden müssen.

Allerdings: Auch mit der von Alexander Lehmann beschriebenen Methode kann ich mir nicht alle Passwörter merken, die ich so brauche. Gerade wenn man beruflich mit Computern zu tun hat, steigt die Zahl der Accounts bei verschiedenen Diensten und Systemen rapide an. Um dem Problem Herr zu werden, könnte man sich ein Notizbüchlein zulegen (aus Papier!), in dem alle Passwörter aufgeschrieben werden. Das ist zwar sehr sicher, aber nicht besonders komfortabel, außerdem kann es immer noch geklaut werden oder verloren gehen.

Ich halte sogenannte Passwortsafes für die beste Lösung: eine kleines Programm öffnet und verwaltet einen Passwortcontainer. In der Containerdatei sind Benutzernamen, Passwörter und weitere Informationen verschlüsselt gespeichert, und werden beim Öffnen der Datei mit einem Masterpasswort entschlüsselt.

KeePass

Da so ein Passwortsafe eine sicherheitskritische Anwendung ist, habe ich mich für KeePass entschieden, da  bei dieser Open-Source-Anwendung eventuelle Schwachstellen und Hintertüren von der Programmierergemeinschaft leicht entdeckt werden können. Auch ansonsten bin ich rundum zufrieden: KeePass speichert meine Passwörter, generiert neue per Zufall und kann sie bei Bedarf auch automatisch eintragen. Besonders erfreulich: Es gibt das Programm auch in der Portable-Apps-Verison, für Android und auch für Debian-Linux. Sollen die Passwörtercontainer auf Windows- und Linux-Rechner genutzt werden, sollte man (unter Windows) zur 2.x-Version greifen, damit die Container kompatibel sind.

Da die Datei mit dem Passwort-Container verschlüsselt ist, könnte man sie sogar über die einen Dienst wie Dropbox über seine gesammelten Endgeräte verteilen, und hätte sie in der Cloud gleichzeitig vor heimischem Datenverlust geschützt. „Gehimdienstsicher“ ist diese Methode aber wohl nicht unbedingt.