Firefox Grundausstattung

FeuerfuchsEhrlich gesagt habe ich nicht besonders viel Erfahrung mit anderen Browsern, denn ich war immer sehr zufrieden mit Firefox. Ein großer Teil dieser Zufriedenheit beruht (neben der quelloffenen Architektur) auf den vielen Add-Ons (bzw. Plug-Ins). Auch wenn man sicherlich nicht wahllos alle installieren sollte, um den Browser nicht zu sehr zu verlangsamen oder sich irgend welche zwielichtigen Programme einzutreten, einige von ihnen sind ungemein praktisch. Hier meine Auswahl:

Sicherheit und Datensparsamkeit

Die ersten zwei Add-Ons (oder gleichartige) sind absolute Pflicht für jeden. Diese Klickstrecke zeigt einige Alternativen und Ergänzungen.

uBlock

Jedes mal, wenn ich auf einem Computer ohne Werbeblocker durch das Web surfe, kriege ich Augenkrebs. Das Internet ist zugeschmissen mit Anzeigen aller Art, die in der Regel alle von speziellen Werbe-Servern auf die besuchten Webseiten geladen werden. Ein Werbeblocker-Plug-In wie uBlock verweigert einfach das Laden dieser Werbebanner. Das hat mehr als nur einen Vorteil:

  • Größter und wichtigster Vorteil ist selbstredend, dass man keine Werbung mehr sehen muss. Das Internet wird plötzlich sauber, man sieht nur das, was man sehen will.
  • Die Werbung, vor allem Bildschirm füllende Animationen beanspruchen beim laden ein signifikantes Datenvolumen, das man sich mit Ad-Blocker sparen kann.
  • Einige Werbe-Anbieter verdienen nicht nur mit dem Anzeigen von Werbung Geld, sondern auch mit dem verfolgen ihrer Zielgruppe über verschiedene Seiten hinweg. So können sie das Nutzerverhalten analysieren und die Werbung besser auf ihre Opfer abstimmen.
  • Oft tarnen sich Werbebanner als Download-Knopf, gleich neben dem richtigen Download-Knopf, dem man eigentlich sucht. Ein versehentliches Klicken und den folgenden Besuch einer zwielichtigen Seite spart man sich ebenfalls.

Ghostery

Nicht nur die oben erwähnten Werbeanbieter überwachen und speichern das Verhalten Ihrer Zielgruppe, das gleiche tun unter anderen auch die größten Werbeanbieter der Welt facebook und Google. Jeder Like-Button, jedes eingebettete Youtube-Video, jede Google-Maps-Karte, jedes ReCaptcha, aber auch unsichtbare Dienste wie Google Analytics; alles wird (wie die Werbung) mit der Webseite geladen und verrät alles, was es zu verraten gibt: Wer ich bin (über meinen facebook-Cookie), wo ich bin (über Geo-IP), woher ich komme, wie lange ich bleibe und natürlich was ich mir gerade anschaue. Ghostery ist ein Add-On, welches all diese kleinen, unnützen Schnüffelprogrammen verbietet, nach Hause zu telefonieren. So spart man Datenverkehr, surft schneller und gibt weniger Daten von sich preis.

Produktivität

Instantfox

Mit Instantfox werden verschiedene Suchmaschinen über Buchstabenkürzel in der Adresszeile aufgerufen, so dass man sich den Klick auf das Suchfeld spart:

…sucht zum Beispiel direkt auf Youtube nach John Oliver.

Rechtschreibprüfung

Ich hab peinlich lange gebraucht, diese Funktion zu entdecken und zu nutzen: Über Rechtsklick (ins Texteingabefeld)–>Sprachen–>Wörterbücher hinzufügen kann man Wörterbücher (für verschiedene Sprachen) hinzufügen, mit denen falsch geschriebene Worte in Texteingabefeldern wie gewohnt unterkringelt werden. Bei Rechtsklick werden mehr Verbesserungsvorschläge angezeigt.

PortableApps

PortableApps LogoHin und wieder, zu meiner Freude nicht allzu selten, passiert es, dass ich von Produkten begeistert bin. So geschehen beim Entdecken von PortableApps vor einigen Jahren. Wer es nicht kennt: PortableApps.com bietet eine Sammlung von Programmen an (für Windows), die sich von einem USB-Stick starten lassen, dazu eine Art Startmenü, mit der man den Speicherdäumling in seinen persönlichen IT-Werkzeugkasten verwandeln kann. Ganz besonders mag ich daran die Auswahl an Programmen, bei denen es sich zum Großteil um nützliche Open-Source-Anwendungen handelt, von denen man oft nicht wusste, dass es sie gibt.

Da ich nicht gerne Programme auf meinem Rechner installiere, wenn es nicht sein muss, benutze ich auf meinem Computer ebenfalls die portablen Versionen vieler Programme. Diese liegen dann in einem Portable-Ordner auf der Festplatte, den ich bei Bedarf einfach auf einen USB-Stick kopieren kann, zum Beispiel wenn ich mein Windows neu aufsetze. Die Tatsache, dass man die Dateien nach Belieben umher kopieren kann, eröffnet interessante Möglichkeiten:

Wem USB-Sticks zu sperrig sind, könnte sich für eine SD-Karte entscheiden, die man in der Geldbörse mit sich herum trägt.

Wer der Meinung ist, USB-Sticks seien „völlig 2010“, der kann den Inhalt des USB-Sticks in einen Online-Speicher wie Dropbox, OneDrive oder ähnliches Verschieben, um ihn dann zum Beispiel auf seinen Arbeitsrechner zu Synchronisieren.

Gerade CAD-Profis, die in verschiedenen Firmen auf deren leistungsfähigen Rechnern arbeiten, können so ihren Werkzeugkasten auf dem USB-Speicher mitbringen, so die örtliche IT-Abteilung es nicht verbietet.

Synchron mit der Wolke


Alles ist jetzt in der Cloud: Blutdruck, Zimmertemperatur, das Mittagessen als Foto und der Mittagsspaziergang danach als GPS-Track. Wenn man sich entscheidet, bei dem Zirkus mit zu machen, funktioniert auch alles ganz passabel, solange man es mit nur einem Anbieter zu tun hat: Eine Webseite, eine Smartphone-App, alles von einer Firma bereitgestellt, meist um die intimen Details an Werbetreibende weiter zu verkaufen.

Ob dieses überwältigenden Hin-und-Hers von Daten ist man geneigt anzunehmen, dass so grundlegende Sachen wie Kontakte, Kalender, Aufgaben und Notizen überall reibungslos synchronisiert werden können. Schließlich konnte ich schon bei meinem Palm Treo 650 problemlos das PC-Programm mit dem klobigen Mobilgerät abgleichen, allerdings ohne Cloud, dafür über Kabel oder Bluetooth. Wenigstens hat da keiner mit gelesen.

Heute hat man die Wahl, sich unter die Apple-Jünger zu begeben, sich von Google bis auf die Knochen durchleuchten zu lassen oder… ja, oder man geht den mehr oder weniger unbequemen Weg.

Der kann so aussehen, dass man andere Firmen findet, die auf seine Kontakte, Kalender etc aufpassen. Oft stehen deren Server -wie die von Google- auch in den Vereinigten Staaten, und oft wird man da genau so als Werbeschlachtvieh behandelt. Hier gilt wie immer der Grundsatz:

Wenn es für Dich kostenlos ist, bist Du nicht der Kunde, sondern das Produkt, das verkauft wird.

(Ausnahmen bestätigen schon mal die Regel)

Man kann sich verschiedene, werbefinanzierte Dienste suchen, die dann einzeln alle Funktionen von Google übernehmen. Das ist aber nur unwesentlich befriedigender für Menschen, die -aus welchen Gründen auch immer- ihre privaten Daten nicht überall auf der Welt verteilen wollen.

Was mensch (im folgenden: ich) also nun gerne hätte, ist ein Dienst, der Kontakte, Kalender Aufgaben, Notizen, Geokoordinaten, Lesezeichen, RSS-Feeds und Dateien sicher, vielleicht sogar verschlüsselt speichert und mit allen Geräten unkompliziert und sicher synchronisiert. Dabei sollte er meine Daten nicht mitlesen. Außerdem will ich beim Zugriff auf das Webinterface nicht mit Werbung zugeschmissen werden. Selbstredend würde so ein Dienst etwas kosten müssen.

Um es vorweg zu nehmen: Leider gibt es so einen Dienst noch nicht. Man kommt aber irgendwie zurecht, auch wenn es lange nicht so komfortabel wie in Googles langen, unangenehm tastenden Armen ist.

Es folgen meine Erfahrungen vom steinigen Weg ins Wolkenkuckucksheim.

Meine Geräte

Am mobilen Ende verwende ich Android, zur Zeit ein Nexus 5 mit Android 6 Marshmallow.
Auf meinem PC läuft aus beruflichen Gründen Windows, allerdings laufen Browser und Mozilla Thunderbird ja genauso unter Linux.

Lesen und Lesezeichen

firefox logoDas Synchronisieren von Lesezeichen, Chronik, und so weiter ist heutzutage mit den meisten Browsern unproblematisch, wenn man auf Mobilgerät und PC den selben Browser benutzt. Das führt bei den meisten Browsern je nach Hersteller wieder zu der oben erwähnten Problematik mangelnder Privatheit bzw mangelnden Vertrauens. Daher verwende ich auf beiden Geräten Firefox, nicht nur – aber auch wegen der Synchronisation, auf dessen Inhalt Mozilla nach eigenen Angaben (dank Verschlüsselung) selbst keinen Zugriff hat.

Les‘ ich später

Pocket logoFinde ich eine Webseite, die ich gerne später lesen möchte, vielleicht an einem Ort ohne Datenanbindung, dann speichere ich sie mit Pocket, dessen App den Artikel lokal auf meinem Telefon speichert. Hinter Pocket steht ein privates Unternehmen, nicht ideal, aber zur Zeit kenne ich nichts Besseres.

RSS-Feeds

gReader logoÄhnlich verhält sich das mit den RSS-Feeds oder auch dynamischen Lesezeichen, mit denen ich verschiedene Nachrichtenseiten verfolge. Früher tat ich das mit dem Dienst Reader von Google. Dieser wurde aber eingestampft, so dass ich auf einen Klon dieses Dienstes, The Old Reader umstieg. Wieder ein privates Unternehmen, das ca 3 mal im Jahr ungefragt ein „gesponsorten Feed“ mit einem Werbeartikel auf mein Gerät schiebt. Wieder nicht ideal, zumal das Nachrichtenverhalten sehr viel über einen verrät. Leider kenne ich auch hier nichts besseres. Angezeigt werden die Nachrichten auf meinem Telefon mit der App gReader, die sehr gut tut, was sie soll. Da ich die Nachrichten ohnehin nur auf dem Telefon lese, werde ich mir die Synchronisation in Zukunft auch sparen.

Mail, Kontakte und Kalender

Memotoo

Nach meinem ersten Emanzipationsschub vor einigen Jahren wurde ich nach einiger Recherche und anschließender Verzweiflung Kunde bei Memotoo.com. (ab 12 €/a) Dieses kleine Unternehmen brüstet sich damit, alles mit allem zu memotoo logosynchronisieren.  Tatsächlich schlagen sie sich damit gar nicht so schlecht. Der Dienst synchronisiert Kalender, Kontakte, Aufgaben und Dateien mit allem, was nicht niet- und nagelfest ist.

Gut gefallen hat mir, dass sich der Dienst nach Eingabe von XING– oder Facebook-Login der verfügbaren Adressen, Geburtstage oder Kontaktbilder meiner Freunde bedient, ohne dass die genannten sozialen Netzwerke sich meiner Memotoo-Kontakte bemächtigen  könnten. Das Angebot von Diensten, Protokollen und entsprechenden Anleitungen ist sehr reichhaltig, so dass ich nicht alles ausprobiert habe.

Für die Synchronisation zu Thunderbird gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, ich benutze das SOGo-Connector-Plugin für die Kontakte über CardDAV, der Kalender wird über CalDAV abgeglichen, das funktioniert alles ganz akzeptabel.

Für die Anbindung des Androiden installiert man sich eine App, die soliden Android-1.6-Charme verströmt und leider auf meinem Telefon beim Erstellen von Kontakten nicht richtig funktioniert.

Die Synchronisierung von Bildern und Dateien benutze ich nicht, daher kann ich wenig darüber sagen. Die Aufgabe und Notizen würde ich gerne nutzen, allerdings habe ich nach der Einstellung von Astrid nie wieder die richtige Aufgaben-App gefunden.

Das neben der Android-App größte Haar in der Suppe ist das Web-Interface, das weder ästhetisch noch funktionell auf der Höhe der Zeit ist, sondern so wirkt wie ein knorriger Baum aus altem PHP, der zudem keine mobile Oberfläche bietet.

Trotz- oder gerade wegen der etwas chaotischen Alles-geht-Atmosphaere finden sich vielleicht einige Leute gut wieder.

mailbox.org

Vor einigen Tagen setzte ich mich nach langer Zeit mal wieder mit dem Thema auseinander. Ich entschied, meinen Mailaccount bei dem Klatschartikel- und Freemail-Anbieter GMX langsam aufs Abstellgleis zu fahren. Gleichzeitig wollte ich auch mit meinen Adressen und dem Kalender umziehen, denn ich hatte genug von halbgaren Bastellösungen.

mailbox.orgIch stieß auf mailbox.org, ein Emailanbieter, der seine Nase glaubhaft aus meinen Daten heraushält und einen sehr professionellen Eindruck macht. Außerdem bietet er Open-Xchange an, eine Anlehnung an Microsoft Exchange, dem Email-, Kalender-, Adressen-und-so-weiter-Server von Microsoft.

Obwohl mailbox.org die Verwendung von CardDAV- und CalDAV-Protokoll nahelegt, versuchte ich zuerst mein Glück mit ActiveSync (den Exchange-Standard) für Kontakte und Kalender. Der Kalenderabgleich funktioniert damit nur sehr lückenhaft, so dass ich doch auf CalDAV setzte und mir die kostenpflichtige App CalDAV-Sync von Marten Gajda zulegte, was auch die Aufgaben brav synchronisiert, wenn man die seine Aufgaben- App benutzt. Ebenfalls von Herrn Gajda ist CardDAV-Sync free, das nun meine Kontakte abgleicht, leider ohne Kategorien.

Für die Mail bleibe ich bei K9 und dem IMAP-Protokoll, mehr dazu weiter unten.

mailbox.org bietet für den gleichen Preis wie Memotoo (ab 12 €/a) neben Kalender, Kontakten etc auch noch einen soliden Maildienst, eine schicke, zeitgemäße Oberfläche und ist ca zwei Größenordnungen professioneller. Dank Herrn Gajda funktioniert die Synchronisation bis jetzt gut.

Eine andere Sache, die ich seit neustem regelmäßig nutzte, ist das schön gemachte Weboberfläche, die neben Mails, Aufgaben, Kalender und Kontakten auch Text und Tabellenverarbeitung à la Google Docs bietet. Besonders nützlich finde ich, dass sich im Email-Client andere Accounts mit Ihren Ordnern über IMAP integrieren lassen, so dass ich alle genutzten Emaildienste auch unterwegs in einem Fenster habe. Dabei ist sogar die Mailverschlüsselung per PGP im Client integriert.

posteo oder fruux dürften ein ähnliches Angebot haben und lohnen vielleicht einen Blick.

Email-Protokolle

Seit der Einführung des IMAP-Protokolls gehören Email (zusammen mit Datei-Synchronisationen) zu den Dingen, die wirklich fast reibungslos funktionieren. Vor dem IMAP-Protokoll wurde das POP3-Protokoll verwendet, das alle eingehende Mail auf dem Server sammelte, bis es abgerufen wurde. Synchronisation war mit POP3 unmöglich, weil sich alle Sortierung und Verwaltung im Mailprogramm auf dem heimischen Computer abspielte. IMAP verwaltet alles auf dem Server, so dass die Ordneraufteilung und u.A. der gelesen-Status im Web, im heimischen Mailprogramm und auf dem Smartphone immer brav abgeglichen sind.

Das Einzige, was meiner Erfahrung nach etwas Gefummel in den Mailprogrammen erfordert, sind die voreingestellten Standardordner. So landet auf dem Telefon gelöschte Mail im Ordner TRASH, während die mit Thunderbird gelöschte Post Beispielsweise im Ordner GELOESCHT landet. Ein kleiner Schönheitsfehler, der sich mit ein wenig Aufwand richtig stellen – oder auch einfach ignorieren lässt.

Dateien

Ähnlich wie Email-Synchonisierung gehören auch Cloud-Speicher zu den zuverlässigen Technologien. Der wesentliche Unterschied liegt vor allem darin, dass Dateien in der Regel erheblich mehr Speicherplatz benötigen, als Adressen, Kalenderdaten oder selbst Emails.

Neben den großen wie Dropbox, Google Drive, Microsoft OneDrive oder Apples iCloud bieten auch die kleinen Anbieter zunehmend Speicherplatz an, so auch mailbox.org. Viel mehr kann ich zu dem Thema auch gar nicht sagen, aber das Internet durfte voll sein von Angeboten und deren Tests und Vergleichen. (an dieser Stelle: FAQ zu Cloud-Speichern auf ct.de)

owncloud logo

Da die Nachfrage, Dateien online zu speichern und zu teilen auch bei den Nerds ausreichend groß war, entstand das Open-Source-Projekt OwnCloud, das jeder auf seinem Server installieren kann. Leider hab ich es noch nicht ausprobiert, es sieht aber sehr interessant aus.

Lernkarten

Exoten gehört ein kleiner, feiner Dienst mit dazugehöriger Android-App und einem PC-Programm namens Anki. Der Schwerpunkt liegt nicht gerade auf Ästhetik und Design, aber wer irgendetwas auswendig zu lernen hat, der sollte sich Anki unbedingt anschauen. Es kostenlos, es gibt viele nützliche, voreingestellte Lernkartensets (Führerscheine etc.) und natürlich ist alles Open Source. Bravo, chapeau, vielen Dank liebe Anki-Schoepfer!

Passwörter

Vorweg zwei unangenehme Fakten zu Passwörtern:

Passwörter, die leicht zu merken sind, sind auch leicht zu knacken.

Praktisch alle Methoden, die das menschliche Gehirn verwendet, um sich Passwörter besser merken zu können, können Computer nachbilden und durch automatisiertes Ausprobieren knacken.

Die Benutzung eines Passwortes für mehrere Dienste ist eine schlechte Idee.

Ist das Passwort noch so kompliziert, wenn man das gleiche Passwort für verschiedene Dienste verwendet, und einer dieser Dienste gehackt wird, steht das Tor zu den anderen Diensten offen.

Zu dem Thema gibt es viel zu erzählen, ein guter Einstieg ist dieses Video von Alexander Lehmann:

Wer tiefer in die Materie einsteigen will, dem sei diese Episode von Chaosradio empfohlen.

XKCD - password strength
Lange Passworte sind sicher klar im Vorteil, allerdings könnte dieses mit Hilfe von eines Wörterbuches weit schneller erraten werden, weil dann nicht alle einzelnen Buchstabenkombinationen ausprobiert werden müssen.

Allerdings: Auch mit der von Alexander Lehmann beschriebenen Methode kann ich mir nicht alle Passwörter merken, die ich so brauche. Gerade wenn man beruflich mit Computern zu tun hat, steigt die Zahl der Accounts bei verschiedenen Diensten und Systemen rapide an. Um dem Problem Herr zu werden, könnte man sich ein Notizbüchlein zulegen (aus Papier!), in dem alle Passwörter aufgeschrieben werden. Das ist zwar sehr sicher, aber nicht besonders komfortabel, außerdem kann es immer noch geklaut werden oder verloren gehen.

Ich halte sogenannte Passwortsafes für die beste Lösung: eine kleines Programm öffnet und verwaltet einen Passwortcontainer. In der Containerdatei sind Benutzernamen, Passwörter und weitere Informationen verschlüsselt gespeichert, und werden beim Öffnen der Datei mit einem Masterpasswort entschlüsselt.

KeePass

Da so ein Passwortsafe eine sicherheitskritische Anwendung ist, habe ich mich für KeePass entschieden, da  bei dieser Open-Source-Anwendung eventuelle Schwachstellen und Hintertüren von der Programmierergemeinschaft leicht entdeckt werden können. Auch ansonsten bin ich rundum zufrieden: KeePass speichert meine Passwörter, generiert neue per Zufall und kann sie bei Bedarf auch automatisch eintragen. Besonders erfreulich: Es gibt das Programm auch in der Portable-Apps-Verison, für Android und auch für Debian-Linux. Sollen die Passwörtercontainer auf Windows- und Linux-Rechner genutzt werden, sollte man (unter Windows) zur 2.x-Version greifen, damit die Container kompatibel sind.

Da die Datei mit dem Passwort-Container verschlüsselt ist, könnte man sie sogar über die einen Dienst wie Dropbox über seine gesammelten Endgeräte verteilen, und hätte sie in der Cloud gleichzeitig vor heimischem Datenverlust geschützt. „Gehimdienstsicher“ ist diese Methode aber wohl nicht unbedingt.

Heisse Tasten

Ein Meilenstein für jeden, der lernt, mit einem Computer umzugehen, ist das begreifen der Kopieren-und Einfügen-Funktion. Wie für den Handwerker die Hände, ist die Copy&Paste-Funktion eines der grundlegendsten Werkzeuge des Büroarbeiters von heute.  Mit der Funktion wird der Mauszeiger vom einfachen Zeiger zur allmächtigen Hand, die Texte, Bilder, Dateien, Ordner, oder gar ganze Doktorarbeiten ergreifen und am Ort seiner Bestimmung ablegen, und wie magisch duplizieren kann.
Wer diese Stufe digitaler Handwerkskunst erklommen hat, und sie in seinem Alltag dutzende, hunderte oder tausende Male verwendet, der wird das sicherlich nicht mehr mit Rechtsklick-Kopieren und Rechtsklick-Einfügen abgeben wollen, sondern benutzt die Tastenkommbination Strg+C und Strg+V.

Tastenkombinationen waren zu Zeiten, in denen es weder Maus noch  Touchscreen gab, die einzige Möglichkeit, dem Computer direkt Befehle mitzuteilen. Sie sind gnadenlos schnell und effizient, wenn man sie kennt und verinnerlicht hat. Und genau da liegt ihr Problem: Sie zu lernen braucht Zeit, Sie sich zu merken braucht häufige Wiederholungen, daher bedienen wir heute unsere Anwendungsprogramme über textbasierte oder grafische Menüs, in denen wir sehen können, was wir gerade tun. Das hat den Nachteil, dass sich unser Mauszeiger von der Mitte des Bildschirms vom „Werkstück“ (Text, Grafik, etc) an den Rand zu den Menüs bewegen muss. Wir verlieren Zeit beim Zielen auf die Schaltfläche, und bei der Rückkehr zu unserem Werkstück.
Es gilt abzuwegen, wie häufig man bestimmte Befehle braucht, bevor man ihr Tastenkürzel lernt.

Aus unerfindlichen Gründen haben Artikel, die eine bestimmte Anzahl von Dingen aufzählen, eine magische Anziehungskraft und sind dementsprechend verbreitet. Auf diesen Zug springe ich natürlich auf: Meine Persönliche Hitliste in Sachen Tastenkürzel, die jeder kennen sollte.

  1. Zugegeben, viel Aufwand ist es nicht, nach einer fertig getippten Email auf den Senden-Knopf zu klicken. Trotzdem liebe ich die Kombination Strg-Enter, mit der die Mail sofort von der Tastatur aus auf die Reise geschickt werden kann.
  2. Formulare Ausfüllen ist das Wasserholen und das Holzhacken der Moderne. Kaum einer hat Spaß daran und JEDER muss es machen. So gerne man sich jetzt einbildete, das ewige Schreiben oder Eintippen von Name, Vorname, Geburtsdatum, Hutgröße und sonstwas wäre völlig unnütz und gehört abgeschafft: oft hat alles seinen Sinn, und die Wahl hat man sowieso nicht. Am Computer gibt es eine Taste, die das Ausfüllen von mehreren Textfeldern ermöglicht, ohne die Maus in die Hand zu nehmen. Die Tabulatortaste Tab springt zum nächsten Feld, Shift + Tab springt zum vorigen. Benutzername/Passwort-Kombinationen sind ein typischer Anwendungsfall.
  3. Strg-X, Strg-C Strg-V zum Ausschneiden, Kopieren und Einfügen. Was soll ich hierzu schreiben. Was die Hand für den Handwerker, das ist Cut,Copy&Paste für den Büroarbeiter.
  4. Jeder macht Fehler. Für Fehler auf Papier gibt es Tipp-Ex(TM) oder die gute, alte zerknüllen-wegwerfen-und-neu-machen-Strategie. Für Fehler bei der Arbeit mit dem Computer hat der Liebe Gott etwas unendlich besseres erschaffen: die Rückgängig-Funktion, allgemein aufgerufen durch Strg-Z. Falls genau das Drücken dieser zwei Tasten „der Fehler“ war, gibt es Strg-Y (Wiederherstellen), das das Rückgängigmachen rückkgängig macht.
  5. Pfeiltasten Mit den Pfeiltasten den Cursor im Text hin und her bewegen zu können, ist ein wirklich alter Hut. Dagegen kaum bekannt aber ungemein nützlich sind die Zweit- und Drittbelegung der Pfeiltasten: Strg + Pfeiltaste (links oder rechts) überspringt statt eines Buchstabens „ein Wort“ pro Tastendruck. Möchte ich meinen Cursor vom Ende an den Anfang eines Satzes mit 5 Worten bringen, ohne die Maus anzufassen, reicht es, die Steuerungstaste zu fünf mal den Pfeil nach links zu drücken. Richtig Aufregend wird es nun, wenn ich die Shift Taste zusammen mit der Strg-Taste gedrückt halte, denn nun wird jedes Wort, das übersprungen wird, auch gleich markiert. Macht die Maus bei Textarbeiten praktisch überflüssig.
  6. Dreißig Fenster sind offen, und ich möchte an eine Datei auf dem Desktop. Wer jetzt 30 mal auf das Minimieren-Bälkchen oben rechts klickt, macht was falsch. Die Windowstaste in Kombination mit D –Win-D– minimiert nicht nur alle Fenster, sie stellt beim zweiten betätigen das zuletzt geöffnete Fenster wieder her. Seit Windows 7 gibt es eine Maus-Alternative: das leere Kästchen ganz rechts in der Tastleiste, das beim anklicken das Gleiche tut.
  7. Für das Hin- und Herschieben von Dateien hat sich bei mir ein Reflex ausgebildet: Win-E startet den Windows Explorer.
  8. Strg-A markiert alles in meinem Arbeitsbereich. Das kann ungemein praktisch sein, wenn man sich in einem mehrseitigem Dokument das gescrolle von Anfang zum Ende ersparen will.