Heisse Tasten

Ein Meilenstein für jeden, der lernt, mit einem Computer umzugehen, ist das begreifen der Kopieren-und Einfügen-Funktion. Wie für den Handwerker die Hände, ist die Copy&Paste-Funktion eines der grundlegendsten Werkzeuge des Büroarbeiters von heute.  Mit der Funktion wird der Mauszeiger vom einfachen Zeiger zur allmächtigen Hand, die Texte, Bilder, Dateien, Ordner, oder gar ganze Doktorarbeiten ergreifen und am Ort seiner Bestimmung ablegen, und wie magisch duplizieren kann.
Wer diese Stufe digitaler Handwerkskunst erklommen hat, und sie in seinem Alltag dutzende, hunderte oder tausende Male verwendet, der wird das sicherlich nicht mehr mit Rechtsklick-Kopieren und Rechtsklick-Einfügen abgeben wollen, sondern benutzt die Tastenkommbination Strg+C und Strg+V.

Tastenkombinationen waren zu Zeiten, in denen es weder Maus noch  Touchscreen gab, die einzige Möglichkeit, dem Computer direkt Befehle mitzuteilen. Sie sind gnadenlos schnell und effizient, wenn man sie kennt und verinnerlicht hat. Und genau da liegt ihr Problem: Sie zu lernen braucht Zeit, Sie sich zu merken braucht häufige Wiederholungen, daher bedienen wir heute unsere Anwendungsprogramme über textbasierte oder grafische Menüs, in denen wir sehen können, was wir gerade tun. Das hat den Nachteil, dass sich unser Mauszeiger von der Mitte des Bildschirms vom „Werkstück“ (Text, Grafik, etc) an den Rand zu den Menüs bewegen muss. Wir verlieren Zeit beim Zielen auf die Schaltfläche, und bei der Rückkehr zu unserem Werkstück.
Es gilt abzuwegen, wie häufig man bestimmte Befehle braucht, bevor man ihr Tastenkürzel lernt.

Aus unerfindlichen Gründen haben Artikel, die eine bestimmte Anzahl von Dingen aufzählen, eine magische Anziehungskraft und sind dementsprechend verbreitet. Auf diesen Zug springe ich natürlich auf: Meine Persönliche Hitliste in Sachen Tastenkürzel, die jeder kennen sollte.

  1. Zugegeben, viel Aufwand ist es nicht, nach einer fertig getippten Email auf den Senden-Knopf zu klicken. Trotzdem liebe ich die Kombination Strg-Enter, mit der die Mail sofort von der Tastatur aus auf die Reise geschickt werden kann.
  2. Formulare Ausfüllen ist das Wasserholen und das Holzhacken der Moderne. Kaum einer hat Spaß daran und JEDER muss es machen. So gerne man sich jetzt einbildete, das ewige Schreiben oder Eintippen von Name, Vorname, Geburtsdatum, Hutgröße und sonstwas wäre völlig unnütz und gehört abgeschafft: oft hat alles seinen Sinn, und die Wahl hat man sowieso nicht. Am Computer gibt es eine Taste, die das Ausfüllen von mehreren Textfeldern ermöglicht, ohne die Maus in die Hand zu nehmen. Die Tabulatortaste Tab springt zum nächsten Feld, Shift + Tab springt zum vorigen. Benutzername/Passwort-Kombinationen sind ein typischer Anwendungsfall.
  3. Strg-X, Strg-C Strg-V zum Ausschneiden, Kopieren und Einfügen. Was soll ich hierzu schreiben. Was die Hand für den Handwerker, das ist Cut,Copy&Paste für den Büroarbeiter.
  4. Jeder macht Fehler. Für Fehler auf Papier gibt es Tipp-Ex(TM) oder die gute, alte zerknüllen-wegwerfen-und-neu-machen-Strategie. Für Fehler bei der Arbeit mit dem Computer hat der Liebe Gott etwas unendlich besseres erschaffen: die Rückgängig-Funktion, allgemein aufgerufen durch Strg-Z. Falls genau das Drücken dieser zwei Tasten „der Fehler“ war, gibt es Strg-Y (Wiederherstellen), das das Rückgängigmachen rückkgängig macht.
  5. Pfeiltasten Mit den Pfeiltasten den Cursor im Text hin und her bewegen zu können, ist ein wirklich alter Hut. Dagegen kaum bekannt aber ungemein nützlich sind die Zweit- und Drittbelegung der Pfeiltasten: Strg + Pfeiltaste (links oder rechts) überspringt statt eines Buchstabens „ein Wort“ pro Tastendruck. Möchte ich meinen Cursor vom Ende an den Anfang eines Satzes mit 5 Worten bringen, ohne die Maus anzufassen, reicht es, die Steuerungstaste zu fünf mal den Pfeil nach links zu drücken. Richtig Aufregend wird es nun, wenn ich die Shift Taste zusammen mit der Strg-Taste gedrückt halte, denn nun wird jedes Wort, das übersprungen wird, auch gleich markiert. Macht die Maus bei Textarbeiten praktisch überflüssig.
  6. Dreißig Fenster sind offen, und ich möchte an eine Datei auf dem Desktop. Wer jetzt 30 mal auf das Minimieren-Bälkchen oben rechts klickt, macht was falsch. Die Windowstaste in Kombination mit D –Win-D– minimiert nicht nur alle Fenster, sie stellt beim zweiten betätigen das zuletzt geöffnete Fenster wieder her. Seit Windows 7 gibt es eine Maus-Alternative: das leere Kästchen ganz rechts in der Tastleiste, das beim anklicken das Gleiche tut.
  7. Für das Hin- und Herschieben von Dateien hat sich bei mir ein Reflex ausgebildet: Win-E startet den Windows Explorer.
  8. Strg-A markiert alles in meinem Arbeitsbereich. Das kann ungemein praktisch sein, wenn man sich in einem mehrseitigem Dokument das gescrolle von Anfang zum Ende ersparen will.