PortableApps

PortableApps LogoHin und wieder, zu meiner Freude nicht allzu selten, passiert es, dass ich von Produkten begeistert bin. So geschehen beim Entdecken von PortableApps vor einigen Jahren. Wer es nicht kennt: PortableApps.com bietet eine Sammlung von Programmen an (für Windows), die sich von einem USB-Stick starten lassen, dazu eine Art Startmenü, mit der man den Speicherdäumling in seinen persönlichen IT-Werkzeugkasten verwandeln kann. Ganz besonders mag ich daran die Auswahl an Programmen, bei denen es sich zum Großteil um nützliche Open-Source-Anwendungen handelt, von denen man oft nicht wusste, dass es sie gibt.

Da ich nicht gerne Programme auf meinem Rechner installiere, wenn es nicht sein muss, benutze ich auf meinem Computer ebenfalls die portablen Versionen vieler Programme. Diese liegen dann in einem Portable-Ordner auf der Festplatte, den ich bei Bedarf einfach auf einen USB-Stick kopieren kann, zum Beispiel wenn ich mein Windows neu aufsetze. Die Tatsache, dass man die Dateien nach Belieben umher kopieren kann, eröffnet interessante Möglichkeiten:

Wem USB-Sticks zu sperrig sind, könnte sich für eine SD-Karte entscheiden, die man in der Geldbörse mit sich herum trägt.

Wer der Meinung ist, USB-Sticks seien „völlig 2010“, der kann den Inhalt des USB-Sticks in einen Online-Speicher wie Dropbox, OneDrive oder ähnliches Verschieben, um ihn dann zum Beispiel auf seinen Arbeitsrechner zu Synchronisieren.

Gerade CAD-Profis, die in verschiedenen Firmen auf deren leistungsfähigen Rechnern arbeiten, können so ihren Werkzeugkasten auf dem USB-Speicher mitbringen, so die örtliche IT-Abteilung es nicht verbietet.

Passwörter

Vorweg zwei unangenehme Fakten zu Passwörtern:

Passwörter, die leicht zu merken sind, sind auch leicht zu knacken.

Praktisch alle Methoden, die das menschliche Gehirn verwendet, um sich Passwörter besser merken zu können, können Computer nachbilden und durch automatisiertes Ausprobieren knacken.

Die Benutzung eines Passwortes für mehrere Dienste ist eine schlechte Idee.

Ist das Passwort noch so kompliziert, wenn man das gleiche Passwort für verschiedene Dienste verwendet, und einer dieser Dienste gehackt wird, steht das Tor zu den anderen Diensten offen.

Zu dem Thema gibt es viel zu erzählen, ein guter Einstieg ist dieses Video von Alexander Lehmann:

Wer tiefer in die Materie einsteigen will, dem sei diese Episode von Chaosradio empfohlen.

XKCD - password strength
Lange Passworte sind sicher klar im Vorteil, allerdings könnte dieses mit Hilfe von eines Wörterbuches weit schneller erraten werden, weil dann nicht alle einzelnen Buchstabenkombinationen ausprobiert werden müssen.

Allerdings: Auch mit der von Alexander Lehmann beschriebenen Methode kann ich mir nicht alle Passwörter merken, die ich so brauche. Gerade wenn man beruflich mit Computern zu tun hat, steigt die Zahl der Accounts bei verschiedenen Diensten und Systemen rapide an. Um dem Problem Herr zu werden, könnte man sich ein Notizbüchlein zulegen (aus Papier!), in dem alle Passwörter aufgeschrieben werden. Das ist zwar sehr sicher, aber nicht besonders komfortabel, außerdem kann es immer noch geklaut werden oder verloren gehen.

Ich halte sogenannte Passwortsafes für die beste Lösung: eine kleines Programm öffnet und verwaltet einen Passwortcontainer. In der Containerdatei sind Benutzernamen, Passwörter und weitere Informationen verschlüsselt gespeichert, und werden beim Öffnen der Datei mit einem Masterpasswort entschlüsselt.

KeePass

Da so ein Passwortsafe eine sicherheitskritische Anwendung ist, habe ich mich für KeePass entschieden, da  bei dieser Open-Source-Anwendung eventuelle Schwachstellen und Hintertüren von der Programmierergemeinschaft leicht entdeckt werden können. Auch ansonsten bin ich rundum zufrieden: KeePass speichert meine Passwörter, generiert neue per Zufall und kann sie bei Bedarf auch automatisch eintragen. Besonders erfreulich: Es gibt das Programm auch in der Portable-Apps-Verison, für Android und auch für Debian-Linux. Sollen die Passwörtercontainer auf Windows- und Linux-Rechner genutzt werden, sollte man (unter Windows) zur 2.x-Version greifen, damit die Container kompatibel sind.

Da die Datei mit dem Passwort-Container verschlüsselt ist, könnte man sie sogar über die einen Dienst wie Dropbox über seine gesammelten Endgeräte verteilen, und hätte sie in der Cloud gleichzeitig vor heimischem Datenverlust geschützt. „Gehimdienstsicher“ ist diese Methode aber wohl nicht unbedingt.

Heisse Tasten

Ein Meilenstein für jeden, der lernt, mit einem Computer umzugehen, ist das begreifen der Kopieren-und Einfügen-Funktion. Wie für den Handwerker die Hände, ist die Copy&Paste-Funktion eines der grundlegendsten Werkzeuge des Büroarbeiters von heute.  Mit der Funktion wird der Mauszeiger vom einfachen Zeiger zur allmächtigen Hand, die Texte, Bilder, Dateien, Ordner, oder gar ganze Doktorarbeiten ergreifen und am Ort seiner Bestimmung ablegen, und wie magisch duplizieren kann.
Wer diese Stufe digitaler Handwerkskunst erklommen hat, und sie in seinem Alltag dutzende, hunderte oder tausende Male verwendet, der wird das sicherlich nicht mehr mit Rechtsklick-Kopieren und Rechtsklick-Einfügen abgeben wollen, sondern benutzt die Tastenkommbination Strg+C und Strg+V.

Tastenkombinationen waren zu Zeiten, in denen es weder Maus noch  Touchscreen gab, die einzige Möglichkeit, dem Computer direkt Befehle mitzuteilen. Sie sind gnadenlos schnell und effizient, wenn man sie kennt und verinnerlicht hat. Und genau da liegt ihr Problem: Sie zu lernen braucht Zeit, Sie sich zu merken braucht häufige Wiederholungen, daher bedienen wir heute unsere Anwendungsprogramme über textbasierte oder grafische Menüs, in denen wir sehen können, was wir gerade tun. Das hat den Nachteil, dass sich unser Mauszeiger von der Mitte des Bildschirms vom „Werkstück“ (Text, Grafik, etc) an den Rand zu den Menüs bewegen muss. Wir verlieren Zeit beim Zielen auf die Schaltfläche, und bei der Rückkehr zu unserem Werkstück.
Es gilt abzuwegen, wie häufig man bestimmte Befehle braucht, bevor man ihr Tastenkürzel lernt.

Aus unerfindlichen Gründen haben Artikel, die eine bestimmte Anzahl von Dingen aufzählen, eine magische Anziehungskraft und sind dementsprechend verbreitet. Auf diesen Zug springe ich natürlich auf: Meine Persönliche Hitliste in Sachen Tastenkürzel, die jeder kennen sollte.

  1. Zugegeben, viel Aufwand ist es nicht, nach einer fertig getippten Email auf den Senden-Knopf zu klicken. Trotzdem liebe ich die Kombination Strg-Enter, mit der die Mail sofort von der Tastatur aus auf die Reise geschickt werden kann.
  2. Formulare Ausfüllen ist das Wasserholen und das Holzhacken der Moderne. Kaum einer hat Spaß daran und JEDER muss es machen. So gerne man sich jetzt einbildete, das ewige Schreiben oder Eintippen von Name, Vorname, Geburtsdatum, Hutgröße und sonstwas wäre völlig unnütz und gehört abgeschafft: oft hat alles seinen Sinn, und die Wahl hat man sowieso nicht. Am Computer gibt es eine Taste, die das Ausfüllen von mehreren Textfeldern ermöglicht, ohne die Maus in die Hand zu nehmen. Die Tabulatortaste Tab springt zum nächsten Feld, Shift + Tab springt zum vorigen. Benutzername/Passwort-Kombinationen sind ein typischer Anwendungsfall.
  3. Strg-X, Strg-C Strg-V zum Ausschneiden, Kopieren und Einfügen. Was soll ich hierzu schreiben. Was die Hand für den Handwerker, das ist Cut,Copy&Paste für den Büroarbeiter.
  4. Jeder macht Fehler. Für Fehler auf Papier gibt es Tipp-Ex(TM) oder die gute, alte zerknüllen-wegwerfen-und-neu-machen-Strategie. Für Fehler bei der Arbeit mit dem Computer hat der Liebe Gott etwas unendlich besseres erschaffen: die Rückgängig-Funktion, allgemein aufgerufen durch Strg-Z. Falls genau das Drücken dieser zwei Tasten „der Fehler“ war, gibt es Strg-Y (Wiederherstellen), das das Rückgängigmachen rückkgängig macht.
  5. Pfeiltasten Mit den Pfeiltasten den Cursor im Text hin und her bewegen zu können, ist ein wirklich alter Hut. Dagegen kaum bekannt aber ungemein nützlich sind die Zweit- und Drittbelegung der Pfeiltasten: Strg + Pfeiltaste (links oder rechts) überspringt statt eines Buchstabens „ein Wort“ pro Tastendruck. Möchte ich meinen Cursor vom Ende an den Anfang eines Satzes mit 5 Worten bringen, ohne die Maus anzufassen, reicht es, die Steuerungstaste zu fünf mal den Pfeil nach links zu drücken. Richtig Aufregend wird es nun, wenn ich die Shift Taste zusammen mit der Strg-Taste gedrückt halte, denn nun wird jedes Wort, das übersprungen wird, auch gleich markiert. Macht die Maus bei Textarbeiten praktisch überflüssig.
  6. Dreißig Fenster sind offen, und ich möchte an eine Datei auf dem Desktop. Wer jetzt 30 mal auf das Minimieren-Bälkchen oben rechts klickt, macht was falsch. Die Windowstaste in Kombination mit D –Win-D– minimiert nicht nur alle Fenster, sie stellt beim zweiten betätigen das zuletzt geöffnete Fenster wieder her. Seit Windows 7 gibt es eine Maus-Alternative: das leere Kästchen ganz rechts in der Tastleiste, das beim anklicken das Gleiche tut.
  7. Für das Hin- und Herschieben von Dateien hat sich bei mir ein Reflex ausgebildet: Win-E startet den Windows Explorer.
  8. Strg-A markiert alles in meinem Arbeitsbereich. Das kann ungemein praktisch sein, wenn man sich in einem mehrseitigem Dokument das gescrolle von Anfang zum Ende ersparen will.